Donnerstag, 22. Febraur: Anna Gasser setzt sich im Big-Air-Bewerb bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang klar durch und holt Gold für Österreich! Im TOPIC-Interview vor Olympia hat sie mit uns über Glückssocken, ihre Karriere und den Plan B gesprochen!

Ich habe gehört, du hast Glückssocken, die du bei den Rennen trägst. Stimmt das?
Ich bin da schon ein wenig abergläubisch, aber mittlerweile sind es nicht mehr Glückssocken, sondern Glücksjacken. Das heißt, wenn ich mit einer Jacke eine gute Platzierung erzielt habe, dann trage ich sie die ganze Saison. Natürlich auch umgekehrt: Wenn ich mit einer Jacke kein Glück habe, wechsle ich sie beim nächsten Bewerb.
Bist du vor Wettbewerben nervös?
Ja, aber für mich ist es gut, wenn ich nervös bin. Ich fahre besser, wenn ich diese gewisse Anspannung spüre.
„Erfolg beginnt im Kopf“, heißt es. Kannst du dem zustimmen?
Ja. Ich denke, dass unser Sport sehr viel mit mentaler Stärke zu tun hat. Es geht viel um Vertrauen, wie man sich einschätzt und ob man sich gewisse Sprünge vorstellen kann.
Du startest in den Disziplinen Slopestyle und Big Air. Was ist das genau?
Big Air ist eine große Schanze, auf der man seine spektakulärsten Sprünge zeigt. Davon kommen zwei in die Wertung und so ergibt sich der Sieger. Beim Slopestyle fährt man einen kompletten Kurs von oben bis unten durch. Da sind meistens drei große Sprünge drin und noch ein paar andere Hindernisse. Dabei zeigt man seine besten Tricks – daraus ergibt sich am Ende eine Punktzahl.
2013 gelang es dir als erster Frau, den Cab Double Cork 900, einen doppelten Rückwärtssalto mit einer halben Drehung, zu stehen. Wie trainierst du solche Sprünge?
Heute kann man Sprünge mit Lande-Airbags trainieren. Das sind Luftkissen, die das Verletzungsrisiko minimieren. Damals gab es das noch nicht. Ich habe auf dem Trampolin die doppelte Rotation eingeübt und im Schnee sehr viele einfache Überschläge gemacht. Nach 100 einfachen Corks habe ich mich drübergetraut. Ich habe es mir mental gut vorstellen können und es einfach gewagt. Gott sei Dank hat es gleich geklappt.
Du bist vierfache österreichische Meisterin der Sportakrobatik. Wann hast du vom Turnen zum Snowboarden gewechselt?
Mit 18, also relativ spät, um noch Profi zu werden. Ich habe mit 16 Jahren mit dem Kunstturnen aufgehört, weil es einfach zu zeitaufwendig war für das, was am Ende rausgeschaut hat. Aber diese körperliche Basis vom Kunstturnen hat mir beim Snowboarden sehr geholfen. Ich habe dadurch ziemlich schnell ein gutes Gefühl in der Luft entwickelt.
Was wärst du heute, wenn nicht Profi-Snowboarderin? Gab es einen Plan B?
Meine Eltern haben Gott sei Dank darauf gepocht, dass ich die Schule abschließe und die Matura mache. Es war mir auch selber sehr wichtig, denn ich wollte, wenn es mit dem Snowboarden nicht klappt, noch studieren. Ich habe damit auch noch begonnen, doch mittlerweile ist das Snowboarden so zeitaufwendig, dass ich nebenbei nichts anderes machen kann. Aber ich hoffe schon, dass ich später vielleicht noch studieren kann. Mich interessieren sehr viele Sachen, sei es Physiotherapie, sei es der Medienbereich – mal schauen, was die Zukunft bringt.
Du wurdest in den USA mit dem „ESPY Award“ ausgezeichnet und in Österreich zur „Sportlerin des Jahres“ gekürt. Wie wichtig sind dir solche Auszeichnungen?
Es ist natürlich eine große Ehre und ich habe beides sehr genossen.
Wie wohl fühlst du dich in High Heels am roten Teppich?
Freestyle-Snowboarden ist doch ein sehr männerdominierter Sport, deshalb ist es schön, wenn man sich mal so richtig „herausputzen“ kann, weil im Alltag mach ich das eigentlich nicht so oft.

Interview: Sabine Steigenberger

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