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Kobold mit Kulleraugen

Koboldmaki ©
Makis sind klein, aber flink. Sie sind geschickte Insektenjäger.
Der Koboldmaki sieht aus wie ein niedliches Stofftier. Aus seinem kugelrunden Kopf schauen zwei viel zu große, runde Augen. Das rattengroße Tier hat ein seidiges Fell und einen nackten Schwanz mit Haarbüscheln an der Spitze. Seine Finger sind außergewöhnlich lang und haben an den Spitzen verbreiterte Haftballen.

Die Makis gehören zu den Halbaffen und sind in Südostasien zu Hause. Dort leben sie in den Wäldern im Untergeschoss von Bäumen bis in zwei Meter Höhe.

Die riesigen Kulleraugen und die bei manchen Arten recht großen Ohren deuten schon darauf hin, wie diese Tiere leben. Bei Tag schlafen sie fest an einen Baumstamm geklammert, und erst in der Dämmerung werden sie aktiv. Mit den großen Augen können sie in der Dunkelheit besser sehen. Und auch ein gutes Gehör ist im Finstern wichtig. Die Augen sind kaum beweglich, dafür können Makis wie die Eulen ihren Kopf um 180 Grad drehen und direkt nach hinten schauen.

Froschhüpfen

Makis sind die einzigen Halbaffen, die sich ausschließlich räuberisch ernähren. Sie haben es auf Insekten und Spinnen abgesehen. Manchmal stehen auch kleine, auf Bäumen lebende Reptilien auf ihrem Speiseplan. Mit ihren guten Augen beobachten die Äffchen ihre Beute eine Zeit lang und warten auf einen geeigneten Augenblick. Dann springen sie plötzlich los und ergreifen ihr Opfer mit beiden Händen. Auf diese Art und Weise können sie sogar Insekten im Flug fangen.

Auch auf dem Boden bewegen sich Makis wie Frösche fort. Die Sprungkraft der Winzlinge ist enorm. Sie können mehrere Meter von einem Baum zum nächsten springen. Wenn sie auf einem senkrechten Stamm sitzen, springen sie nach hinten weg und drehen sich in der Luft um. Der Schwanz dient im Flug als Steuerruder, und die langen Finger und Zehen mit den verdickten Haftballen sorgen für die sichere Landung.

Stress für Makis


In seiner Heimat, den Philippinen, glaubte man lange Zeit, der Koboldmaki sei ein Verbündeter übersinnlicher Wesen. Er wurde gejagt oder in Käfigen als Haustier gehalten. Auch heute wird das kleine Äffchen den Touristen als Attraktion vorgeführt. Es wird herumgereicht und gestreichelt - und das bei Tag, wenn die Tiere schlafen wollen. Das bedeutet totalen Stress für die Makis.

Dass auf den Philippinen mit ihrer stetig wachsenden Bevölkerung immer mehr Wälder abgeholzt werden, ist aber eine noch größere Gefahr für die Makis. Nur in Schutzgebieten wird der kleine Kobold überleben.

Peter Meindl

Makis

Artenzahl: 5 Arten
Lebensraum: Südostasien (Philippinen und andere Inseln)
Größe: 10 bis 15 Zentimeter
Nahrung: Insekten, Larven, Spinnen, Reptilien
Feinde: Schlangen, Raubvögel
Bedrohung: Zerstörung des Lebensraums, Tierhandel

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