Alpenkönig und Menschenfeind
Astragalus, der Alpenkönig, blickt von seinem Alpental mitleidsvoll auf das Treiben der Menschen hinab. Er gibt sich als guter Geist zu erkennen, der besonders „Verirrte“ zu seinem Erkenntnistempel leiten will. Malchen, die Tochter des Herrn von Rappelkopf, ist in den Wald gelaufen, um dort ihren geliebten August, der aus Italien zurückkehrt, wieder zu sehen. Die Wiedersehensfreude von Malchen und August ist aber getrübt, da ihr Vater nach wir vor gegen ihre Heirat ist. Der Alpenkönig erscheint und verspricht den unglücklich Verliebten zu helfen und sie mit seinem Schutz zu beschenken.
Rappelkopf entwickelt eine immer größer werdende krankhafte Wahnvorstellung von den Menschen um ihn herum. Sein glühender Menschenhass nimmt zu. Mit Verleumdungen und aggressiven Zornausbrüchen treibt er seine Familie und seine Bediensteten zur Verzweiflung. Nach einem vermeintlichen Mordkomplott (der harmlose Habakuk wollte Vogerlsalat ausstechen) flieht Rappelkopf in den Wald. Dort vertreibt er herzlos eine arme Köhlerfamilie aus ihrer Hütte, um alleine zu bleiben – für immer.
Da tritt Astragalus, der Alpenkönig, auf den Plan, um ihn zu kurieren. In Todesangst willigt Rappelkopf in das Experiment, das sein Herz wieder zu den Menschen führen sollte, ein.
Ein Exempel wird statuiert. Astragalus will Rappelkopf einen Seelenspiegel vorhalten und vollzieht dies, indem er Rappelkopf in dessen Schwager Silberkern verwandelt. Er selbst nimmt Rappelkopfs Gestalt an. Rappelkopf beobachtet sich und sein widerwärtiges Verhalten wie in einem Spiegel und fängt an, sich selbst zu hassen. Das „Spiegel-Experiment“ und die Lehre „Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung“ ermöglichen, dass Rappelkopf sich selbst als Menschenfeind pensioniert, erkennt, wer er wirklich ist, und schließlich ein glückliches Ende.


