TiergartenSo ein schöner Zoo! Aber wie sehen das seine Bewohner, die Tiere?

Bukavu ist in schon viel gereist. Geboren wurde er in München, mit sechs kam er nach Oberösterreich. Mit elf musste er wieder weg: nach England. Heute ist Bukavu 19 Jahre alt. Er ist ein Gorilla. Seine Heimat Afrika hat Bukavu nie gesehen. Er wurde in Gefangenschaft geboren. Seine Aufgabe ist es, Nachwuchs zu zeugen und Zoobesucher zu erfreuen. Dadurch sollen sich auch mehr Menschen Sorgen um bedrohte Tierarten machen.

Urteil: lebenslang

Zu den bedrohten Arten gehören Flachlandgorillas wie Bukavu. Früher entführten Jäger die Menschenaffen-Babys aus dem Dschungel. Bukavus Vater Roututu war eines davon. Als Einjähriger landete er im Zoo. Heute ist es verboten, bedrohte Wildtiere einzufangen. Wer einmal Zoo-Insasse ist, für den lautet das Urteil trotzdem meist: lebenslänglich. Denn nur wenige Zootiere, zum Beispiel Biber, können überleben, wenn sie wieder in die freie Wildbahn entlassen werden.

Alles nur Theater?

Moderne Zoos bieten scheinbar alles, was das Tier-Herz begehrt. Saftige Grünflächen und Wassergräben statt des kalten Betons und der Gitterstäbe von früher. Äffchen schwingen sich von Ast zu Ast. Pinguine genießen die Frühlingssonne. Tiger drehen ihre Runden durch große Gehege. Alles nur Theater, meint Colin Goldner. Der Zoo-Kritiker würde Tiergärten am liebsten ganz abschaffen. Tiere leiden im Zoo, meint er. Vor allem, weil sie die meiste Zeit in engen Innenräumen zusammengepfercht leben müssen.

Löwe und Löwin

Klar ist: Kein Zoo kann Tieren so viel Auslauf bieten wie die freie Natur. Das ist für Fische, Schildkröten und Schlangen weniger ein Problem als für die Großen, etwa Eisbären, Wale oder Löwen. Aber selbst da gibt es Unterschiede. Dem Löwen macht ein Leben im Zoo wenig, weil er auch in freier Wildbahn meistens auf der faulen Haut liegt. Schon bei der Löwin ist das anders: Sie möchte laufen, und das geht im Zoo nur begrenzt.

Ständig angestarrt

In modernen Zoos haben Tiere heute Rückzugsräume. Dort kann man sie nicht sehen, und sie werden nicht ständig angestarrt. Andere Probleme, wie das des Auslaufs, lassen sich nicht so einfach lösen. Zookritiker finden deshalb: Sendungen wie „Universum“ bringen uns die Tierwelt besser näher als Zoos. Doch die Schimpansenforscherin Jane Goodall meint auch: Zoos spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Arten vor dem Aussterben zu schützen. „Je besser es dem Zoo gelingt, eine natürliche Umgebung zu schaffen, desto eher können sich die Besucher vorstellen, wie die Tiere in freier Wildbahn leben“, sagt sie. „Sie sehen dann, wie wunderbar diese Tiere sind, und denken vielleicht: Versuchen wir, sie vor dem Aussterben zu bewahren.“ Aber selbst Goodall findet, dass manche Arten in Zoos nichts verloren haben: „Elefanten und Delfine gehören da nicht hin.“ Die beste Umgebung für sie wäre der natürliche Lebensraum. Aber in den können viele nicht zurück: Die geschützten Gebiete schrumpfen. Viele Tierarten werden selbst dort von Wilderern gejagt. Zoo-Fans meinen daher: Zuchtprogramme für bedrohte Arten im Zoo tragen nicht nur zu ihrem Erhalt bei. Sie helfen uns auch, besser zu verstehen: Warum verschwinden diese Tiere? Und wie lässt sich ihr Verschwinden aufhalten? 

Gorillas mit Auftrag

Deshalb ist auch der Schweizer Zoologe Robert Zingg überzeugt: „Zoos sind nicht nur ein Schauspiel. Ohne sie wäre die Zerstörung der Natur weltweit noch größer.“ Bukavu muss im Zoo von Blackpool in England nicht um sein Leben fürchten. Sein Halbbruder und dessen Artgenossen haben in Oberösterreich ein Zuhause gefunden: Der Zoo Schmiding tut alles, um den Tieren ein gutes Leben zu ermöglichen. Besucher sollen beim Anblick der einzigen vier Gorillas Österreichs erkennen: Diese Tiere sind einzigartig. Sie gehören nicht in Zoos. Aber wenn sie dabei helfen, ihre Art zu retten, ist ihr Leben nicht umsonst gewesen.

 

 

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